Kriegerintellektuelle und neue Kriege – Die Verwissenschaftlichung der sozialen Kriegsführung und der Sonderforschungsbereich 700

Veranstaltung mit Detlef Hartmann // Freitag, 20. März 2009 // um 20.00 Uhr // Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7

Der soziale Krieg des 21. Jahrhunderts wird immer mehr zu einem wissenschaftlich geführtem. Neue Governanceformen, begleitet und gestützt von sozialwissenschaftlichen Methoden, formulieren und inszenieren neue, selektive Zugriffe auf die jeweiligen sozialen Welten und Konflikte. Vom US-Militär im Laboratorium des Krieges in Afghanistan und im Irak ausgehend, entwickeln sich auch in Deutschland neue Formen zivil-militärischer Zusammenarbeit. Prototyp hierfür ist der Sonderforschungsbereich 700: „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ an der FU Berlin.
„Räume begrenzter Staatlichkeit“ sind immer auch Räume begrenzten Zugriffs auf das Soziale. Mit Hilfe „kritischer WissenschaftlerInnen“ vertieft der SFB 700 den Zugriff in die sozialen Welten und ermöglicht dadurch eine vertiefte zivil-militärische „Bearbeitung“ sozialer Blockaden und Widerstände. Die Koalitionsfähigkeit der neuen Governanceformen ist dabei potenziell unbegrenzt – so kommt es bspw. zu einer positiven Neubewertung der Funktion von Warlords als Modernisierungsagenten – und orientiert sich ausschließlich an der Zielerreichung der Unterwerfung widerständiger Sozialität. Der SFB 700 steht damit auch paradigmatisch für einen Prozess der vertieften Anbindung von „Wissenschaft“ an die globalen Gewalt- und Unterwerfungsstrategien.

Der Referent Detlef Hartmann ist Mitglied des Redaktionskollektivs „Materialien für einen neuen Antiimperialismus“ und seit Jahren u.a. im antimilitaristischen Bereich aktiv.

VeranstalterInnen: Buchladen Rote Strasse, antirassismusplenum und aut

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