Drill, Gelöbnis, Zapfenstreich — Militärrituale als Herrschaftsinstrumente

Vortrag, Film und Diskussion mit Markus Euskirchen
Mittwoch, 4. März 2009, 20:30 Uhr im Theaterkeller, Geismarlandstr. 19

Militärrituale sind fester Bestandteil der Bundeswehr. Truppenintern tragen sie u.a. zur Formung der Soldatenkörper bei. Zur Akzeptanzbeschaffung und Normalisierung militärischer Gewalt wir­ken sie auch in die nationale Öffentlichkeit. Letztlich dienen Militärrituale der gewaltsamen Aufrechterhaltung des Zusammenhangs Patriarchat-Kapitalismus-Nationalstaat. Dabei geht es z.B. um die (Re-)Produktion von Männlichkeit (als Kämpfer, Techniker, Stratege, Führer) oder um die gesellschaftliche Normalisierung von nationalem Heldentum und Opferbereitschaft.

Der Vortrag zeigt die Zusammenhänge zwischen der Show auf der Oberfläche und den tiefer liegenden propagandistischen Zielen. Markus Euskirchen (www.euse.de) hat Militärrituale in seiner Dissertation (2005, Papyrossa-Verlag) untersucht. Er veranschaulicht die Ergebnisse seiner Analyse mit Bildern und Filmausschnitten. In einer anschließenden Diskussion können Anknüp­fungspunkte für antimilitaristischen Widerstand gefunden werden.

Veranstalterin: Schöner Leben Göttingen, unterstützt vom Verein Niedersächsischer Bildungsinitativen e.V. (VNB) und FSR der Philosophischen Fakultät
Kinderbetreuung auf Anfrage. Kontakt: post[at]schoener-leben-goettingen.de

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