Bundeswehr unterrichtet und wirbt an Göttinger Schulen Schluss damit!

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Workshop für SchülerInnen und Eltern: Bundeswehr raus aus den Schulen.
Freitag, 19.06.09, 16 Uhr, DGB-Haus, Obere-Masch-Str. 10, 1. Stock, Veranstalterin: Antimilitaristische Perspektive Göttingen.
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Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,

die Bundeswehr hat seit einigen Jahren massive Nachwuchssorgen. Um weiterhin Kriege im Ausland führen zu können, muss sie jährlich 20.000 Stellen mit ZeitsoldatInnen neu besetzen. Die Zahl der BewerberInnen ist jedoch rückläufig – deswegen nimmt die Bundeswehr nun auch die Schulen ins Visier.

Mit öffentlichen Auftritten will die Bundeswehr ihren Ruf verbessern. Sie macht gezielt dort Werbung, wo junge Menschen Perspektiven suchen oder Existenzangst aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen verbreitet ist. Freundlich und locker auftretende Bundeswehr-Offiziere kommen in den Schulunterricht, wo ihnen das Publikum praktischerweise zuhören muss. Aber die Bundeswehr leistet sich auch Info-Mobile, Jungendzeitschriften, Kinowerbespots, führt Sportveranstaltungen und Militärgeräteausstellungen durch und bietet Schulen fachliche Unterrichtseinheiten an z.B. zu internationalen Beziehungen. Alles mit dem einen Ziel, Kindern und Jugendlichen das Kriegshandwerk schmackhaft zu machen.

Leider ist es an einigen Göttinger Schulen immer noch selbstverständlich, Jugendoffiziere und Wehrdienstberater in den Unterricht einzuladen. Statt Möglichkeit zu offener Meinungsbildung erfahren die SchülerInnen militärische Propaganda, denn zivile Militär-KritikerInnen werden zu diesen Veranstaltungen nicht verbindlich hinzu gebeten. Die Zusammenarbeit von Schule und Bundeswehr geschieht ohne Einwilligung von SchülerInnen und Eltern!

Auftritte der Bundeswehr sind mit dem Bildungsauftrag der Schulen nicht vereinbar:

Bundeswehr bedeutet, Waffenverherrlichung, Gewaltanwendung und Töten zu erlernen und zu verinnerlichen.
Bundeswehr bedeutet, sich Befehl-Gehorsams-Strukturen zu unterwerfen und dies normal zu finden.
Bundeswehr bedeutet, ein irrationales Nationalgefühl aufzubauen und zu stärken.

Bundeswehr bedeutet, andere Menschen zu verletzen und zu töten, viele zu traumatisieren. JedeR SoldatIn setzt sich auch selbst wissentlich tödlichen Gefahren und Traumatisierungen aus. Deshalb raten übrigens aktive SoldatInnen ihren eigenen Kindern von diesem ,Beruf’ ab.

Auftritte der Bundeswehr an Schulen – egal in welcher Form – sind grundsätzlich nicht zu verantworten. Wir fordern:

Keine Werbung für die Bundeswehr an Schulen, auch nicht durch harmlos erscheinende Einladungen zu Sportveranstaltungen, Sammlung von Kontaktdaten, Verteilen kostenloser Magazine usw.
Keine Verpflichtung von SchülerInnen zur Teilnahme an Veranstaltungen mit SoldatInnen.

Keine Einflussnahme der Bundeswehr auf Unterricht und Lehrplan.

Bundeswehr raus aus den Schulen!
Ausbildungsplätze statt Auslandseinsätze!
Für selbstbestimmtes Lernen in gewaltfreien Zusammenhängen!

Antimilitaristische Perspektive Göttingen, Juni 2009

Kontakt
Antimilitaristische Perspektive Göttingen, c/o Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen. E-Mail: amip.goe@googlemail.com

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